Im Darßwald


Im Darßwald, November 2016
Im Darßwald, November 2016

Der Darßwald. Ca. 5.000  Hektar Wald! Nur durchbrochen von Wegen, die alle irgendwann zum Weststrand führen, aber auch woanders hin und in touristenarmen Zeiten wie dem Monat November begegnet einem oft stundenlang kein Mensch. Dafür kreuzen Rot- und Rehwild, Hasen oder Wildschweine den Weg, wenn man sich erstens leise verhält und zweitens Glück hat. Kein Autolärm stört die Geräusche des Waldes. Wer Stille sucht und diese zu genießen vermag, wird hier fündig. Welch großartige Wohltat für unsere gestressten Sinne.

Blick auf die Maase, November 2016
Blick auf die Maase, November 2016

Wir wählten diesmal den Weg am alten Meeresufer entlang. Dort, wo vor ungefähr 3000 Jahren die Ostseewellen ans Ufer schlugen, ragen heute alte, mächtige Buchen in den Himmel und ein gutes Stück des Weges begleitet einen die Freifläche der Maase - eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit, die hier einen riesigen Eisblock hinterließ, der über Jahrhunderte abtaute und einem Bewuchs mit Bäumen keine Chance ließ. Dass es so blieb, dafür sorgten in späteren Zeiten die ansässigen Bauern mit ihren Nutztieren sowie eine ständige Holzwirtschaft.

 

Der Buchenwald am ehemaligen Steilufer ist absolut sehenswert. Bäume jeden Alters leben hier miteinander. Unmengen an Totholz bieten Lebensraum für Spechte, Eulen, Käfer, Spinnen und ... vor allem Pilze. Ein früher sicherlich sehr imposantes altes Jagdhaus zeugt einmal mehr davon, dass die DDR-Oberen einen erlesenen Geschmack hatten, wenn es um Urlaubsorte oder Jagdreviere ging.  Außerdem konnten ihre Domizile offensichtlich nicht abgelegen genug sein. Na jut. Davor nutzten nicht nur Pommernkönige und allerlei gekrönte Häupter den Darßwald als Jagdrevier, sondern auch der Reichsjägermeister. Darüber, wie die Maase entstand, über ihre Nutzung und wer im Darßwald so alles seinen Jagdtrieb befriedigt hat, geben einige interessante Informationstafeln am Jagdhaus ausführlich Auskunft.

Buchen-Schleimrübling, November 2016
Buchen-Schleimrübling, November 2016

Wir haben einen wunderbaren Tag im Darßwald verbracht. Gegen 11 Uhr sind wir bei Prerow in ihn hinein marschiert, kamen gegen 15 Uhr am Westrand an und landeten beim Dunkelwerden um 17 Uhr wieder in Prerow. Und eines sei gesagt: Wir haben uns keine Minute gelangweilt. Okay, meine Tochter musste einiges an Geduld aufbringen, denn die unendliche Vielzahl der pilzigen Fotomotive erforderte das ausgiebige Strapazieren der Kamera. Vor allem der Buchen-Schleimrübling, der aufgrund des feuchten, milden Wetters in Massen Bäume, Zweige und Stümpfe verzierte, ließ mich immer wieder den Auslöser drücken. Ganz zu schweigen von Austernseitlingen oder Hallimaschen, Knoblauchschwindlingen und solchen, die ich namentlich nicht benennen kann. Ich konnte mich einfach nicht satt sehen.