Wustrow und das Drumherum


Am Strand von Wustrow, Februar 2014
Am Strand von Wustrow, Februar 2014

Über Wustrow - gelegen zwischen Bodden und Ostsee - habe ich ja schon in meinem Einleitungstext so einiges geschrieben. Gesagt werden sollte aber noch, dass Wustrow und seine Umgebung für jeden etwas zu bieten hat. Am Strand liegen, im Meer baden, Fossilien sammeln oder Steine bestaunen, durch den Ort bummeln, Essen und Trinken, Kunst genießen und kaufen (oder auch nicht), am Bodden entlang wandern (zu Fuß oder per Fahrrad gehts bis nach Ahrenshoop und weiter) oder einfach nur die unvergleichliche Weite der Boddenlandschaft erleben - alles ist möglich.

In Wustrow, Juni 2014
In Wustrow, Juni 2014

Mir hat Wustrow am besten im Frühsommer gefallen. Im Juni stehen die Bauerngärten der alten Wustrower Häuser und Höfe in voller Blüte und bieten ein buntes, duftendes Bild. Wogende Kornfelder strahlen nicht nur in frischem Grün, sondern genauso in sattem Rot und leuchtendem Blau.  Klatschmohn und Kornblumen, Echte Kamille und andere Ackerpflanzen dürfen hier noch in Massen gedeihen und zaubern grandiose Farbtupfer in die Landschaft. Dass es mir der Juni besonders angetan hat, soll natürlich nicht heißen, dass es zu anderen Jahreszeiten weniger schön ist. Wie dem auch sei. Egal, ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter - eines sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen: Die Aussicht vom Turm der alten Kirche! Denn die ist einfach phantastisch. Und wer aufgrund kalter Witterung Sehnsucht nach warmer Strickmütze oder Handschuhen hat, sollte sich in Wustrow einfach umsehen, denn dort gibt es an vielen Ecken Selbstgestricktes, das kreativ angeboten auf Käufer wartet.

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) am Bodden bei Wustrow, Juni 2015
Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) am Bodden bei Wustrow, Juni 2015

Erwähnt sei noch, dass das Wustrower Umland auf der Boddenseite ein Eldorado für Vogel- und Pflanzenfreunde ist. Limikolen, verschiedene Entenvögel wie Schwäne, Grau- und Nonnengans sowie Bartmeisen und viele andere Seltenheiten lassen sich hier mit Geduld beobachten. Gar nicht so selten zeigt sich sogar der mächtige Seeadler am Himmel. Auf den Wiesen gibt es eine Vielzahl salzverträglicher Pflanzen, die man nur im Ostseeraum findet, während im Schilfsaum eine manchmal mannshohe Staude mit großen Dolden auf sich aufmerksam macht. Es handelt sich um eine uralte Heilpflanze, die leider in vielen Gegenden Deutschlands sehr selten geworden bzw. ausgestorben ist: die Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris).