Zwischen Prerow und Wiek


Zwischen Prerow und Wiek, September 2015
Zwischen Prerow und Wiek, September 2015

Wer auf dem Darß abseits der Küste die Weite sucht, sollte sich von Prerow aus in Richtung Wiek auf den Weg machen. Und zwar nicht durch den Darßwald über das g-Gestell, sondern vorbei am Prerower Hafen. Zum Hafen gelangt man entweder durch den Ort oder über den Deich, den man quert, wenn man zur Seebrücke möchte.

Schwarzkehlchen, Juni 2017
Schwarzkehlchen, Juni 2017

Alle Wege sind sowohl für Fußgänger als auch für Fahrradfahrer geeignet. Bei sonnigem Wetter sollte man unbedingt eine Kopfbedeckung tragen und reichlich Wasser mitnehmen, denn schattige Plätze sind außerhalb der Ortschaften Mangelware. Vogelfreunden sei gesagt, dass es vom Deich aus eine Vielzahl von gefiederten Freunden zu entdecken gibt. Das Gleiche gilt für das Hafengewässer, in welchem sich insbesondere in den Wintermonaten diverse Wintergäste wie die Gänsesäger tummeln. Vögel, die man nicht überall und nicht oft zu sehen bekommt. Und auch die Wiesen zwischen Prerow und Wiek sind ein wahres Vogelparadies. Nicht nur in Zeiten des Vogelzuges, wenn morgens und abends hunderte Gänse auf den Wiesen weilen, sondern zu allen Jahreszeiten. Neben Grau- und Silberreihern, Kolkraben, Limikolen, Schwarzkehlchen, Heidelerchen oder dem schwarz-gelben Pirol zeigen sich Greifvögel wie Rot- und Schwarzmilan, Turmfalke und Mäusebussard.

Rauchschwalben, Juni 2017
Rauchschwalben, Juni 2017

In einer der Aussichtsplattformen nisten im Sommer Rauchschwalben - eine gute Gelegenheit, diese Flugkünstler und ihren Nachwuchs aus nächster Nähe zu beobachten. Außerdem steht gar nicht so selten Rot- und Rehwild auf den Wiesen, während im Herbst kapitale Hirsche die Luft mit ihrem Röhren erfüllen. Feldhase, Fuchs oder gar Dachs leben auf den Wiesen bzw. im angrenzenden Darßwald, halten jedoch gebührenden Abstand zu den Menschen und trollen sich, sobald man sich ihnen nähert.

 

Wer sich für Libellen interessiert, diese ca. 300 Millionen Jahre alten Flugkünstler, wird es wohl nicht bis nach Wiek schaffen, sofern ihm die Artenvielfalt an den Gräben erst einmal aufgefallen ist.  Groß, klein, rot, blau, gelb - über dem Wasser herrscht ein buntes Treiben, welches die Herzen aller Libellenliebhaber schneller schlagen lassen dürfte und dem fotografierenden Menschen eine sehr große Portion Geduld ...

Ein Novembermorgen, 2016
Ein Novembermorgen, 2016

Kurzum, es wimmelt nur so von Leben rechts und links des Weges und es lohnt sich, zu verweilen und die Augen aufzumachen. Denen, die lieber Strecke machen wollen, sei gesagt, dass man auf diesem Weg bis nach Born und noch weiter fahren oder laufen kann.

 

Mich ziehen nicht nur die vielen Vögel immer wieder in dieses Gebiet. Ich mag vor allem die Weite, das Schweifenlassen des Blickes bis zum Horizont. Besonders dann, wenn am Himmel strahlend weiße oder graue Wolken ziehen und der Landschaft entweder einen sommerlich leichten oder dramatischen Ausdruck verleihen. Oder am frühen Morgen bei Sonnenaufgang, wenn feurige Farben immer wieder neue Himmel malen ... Wenn hunderte Gänse und Kraniche die Luft mit ihren Rufen erfüllen und nach Sonnenaufgang Nebelschwaden über die Wiesen ziehen und die Landschaft geheimnisvoll verzaubern.